A View Worth Staying For
Jacob blinzelte gegen das Sonnenlicht, das sich seinen Weg durch die Vorhänge der Suite bahnte. Für einen kurzen Moment blieb er reglos liegen, ehe ihn das leise Rascheln neben sich dazu brachte, den Kopf zur Seite zu drehen. Die junge Frau lächelte, rückte ein Stück näher und legte ihre Hand sanft auf seinen Oberkörper. „Du hast heute doch bestimmt noch nicht sofort einen Termin.“ Ihre Finger glitten langsam über den Stoff des Lakens, während sie sich weiter zu ihm beugte. „Wir könnten uns noch ein bisschen Zeit lassen.“
Ein kaum merkliches Schmunzeln erschien auf Jacobs Lippen. Er griff ruhig nach ihrer Hand, hielt sie einen Moment fest und nahm sie behutsam von sich herunter. „Ich fürchte, daraus wird nichts.“ Seine Stimme blieb freundlich, beinahe entschuldigend. „Ich habe gleich einen Pressetermin auf der Dachterrasse.“ Er setzte sich auf, fuhr sich mit einer Hand durchs Haar und griff nach seinem Hemd. „Unten im Restaurant bekommst du alles, was du möchtest. Frühstück, Kaffee - geht selbstverständlich aufs Haus.“ Sie sah ihn einen Moment sprachlos an. „Das war’s? Ernsthaft?“ Ihr Lächeln war längst verschwunden. „Du bist echt ein Arsch, Jacob.“ Er knöpfte seelenruhig sein Hemd zu und schenkte ihr dieses charmante Lächeln, das vermutlich schon mehr als eine Diskussion beendet hatte. „Das sagen einige.“ Er griff nach seiner Uhr und streifte sie über sein Handgelenk. „Aber ich verspreche dir, der Kaffee ist wirklich gut.“ „Behalt deinen verdammten Kaffee.“ Die Tür fiel wenige Augenblicke später etwas lauter ins Schloss, als es nötig gewesen wäre. Jacob blieb noch einen Moment stehen, atmete einmal tief durch und richtete den Kragen seines Hemdes. Wenige Minuten später verließ er seine Suite, fuhr mit dem Aufzug nach oben und trat hinaus auf die Dachterrasse des Devereaux Grand. Die Sonne spiegelte sich zwischen den Hochhäusern Miamis, Mitarbeiter bereiteten die letzten Kleinigkeiten für den Pressetermin vor und sein Blick blieb schließlich an der Frau hängen, die bereits auf ihn wartete. Mrs. Carter. Die Journalistin der Miami Times wirkte mindestens genauso professionell, wie man es ihm angekündigt hatte. Gleichzeitig war sie unübersehbar attraktiv. Jacob strich sein Sakko glatt, setzte sein gewohnt souveränes Lächeln auf und ging ihr entgegen. „Mrs. Carter?“ Er streckte ihr die Hand entgegen. „Jacob Devereaux. Schön, dass Sie sich die Zeit genommen haben.“ Sein Blick ruhte einen Moment auf ihr, ehe sich seine Mundwinkel leicht anhoben. „Ich hoffe, ich kann Ihnen heute mehr bieten als die üblichen Standardantworten für die Presse.“
“
Somewhere between the palm trees and the skyline,
we found our chaos.